Sachsen

- DresdenHauptstadt
- 4.089.467Einwohner
- 18.416 km²Fläche
- 13Kreise
| Amtlicher Name | Freistaat Sachsen |
|---|---|
| Landeshauptstadt | Dresden |
| Einwohner | 4.089.467 (Stand 2023) |
| Fläche | 18.415,66 km² |
| Einwohner je km² | 222 |
| Kreise | 13 |
| Gemeinden | 418 |
| ISO-Code | DE-SN |
Überblick
Sachsen liegt im Osten Deutschlands und grenzt an Polen und Tschechien sowie an Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Bayern. Die Landeshauptstadt ist Dresden an der Elbe, bekannt für Barockbauten wie Zwinger und Frauenkirche. Weitere große Städte sind Leipzig, Chemnitz, Zwickau, Plauen und Görlitz. Als Freistaat bezeichnet sich Sachsen wie Bayern und Thüringen und betont damit seine republikanische Tradition seit 1918. Das Land hat eine reiche Geschichte als Kurfürstentum und Königreich, in dem Kunst, Wissenschaft und Handel blühten. Es ist durch Flusstäler, Mittelgebirge und eine dichte Folge von Städten geprägt. Zu den Regionen zählen das Erzgebirge, das Vogtland, die Sächsische Schweiz, die Oberlausitz und das Leipziger Land. In der Oberlausitz lebt die sorbische Minderheit mit eigener Sprache und eigenen Bräuchen. Dresden und Leipzig sind kulturelle Zentren mit Oper, Orchestern und Museen, Chemnitz ist durch Industriegeschichte geprägt. Sachsen gilt als Land der Tüftler und des Handwerks, vom Erzgebirge mit seiner Holzkunst bis zu den Uhrenmanufakturen in Glashütte.
Geschichte
Die Geschichte Sachsens beginnt im Mittelalter mit der Markgrafschaft Meißen, die im 10. Jahrhundert gegründet wurde. Die Wettiner regierten das Gebiet über Jahrhunderte. Im Jahr 1423 erhielten sie die sächsische Kurwürde und wurden Kurfürsten im Reich. Dresden entwickelte sich unter August dem Starken im 18. Jahrhundert zu einer glanzvollen Residenz. Im Jahr 1806 wurde das Kurfürstentum zum Königreich Sachsen erhoben. Nach den napoleonischen Kriegen verlor es 1815 große Teile an Preußen. Mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wuchsen Städte wie Chemnitz und Leipzig. Nach dem Ende der Monarchie 1918 entstand der Freistaat Sachsen. Nach 1945 gehörte das Land zur sowjetischen Besatzungszone, die Stadt Dresden war im Februar 1945 durch Luftangriffe schwer zerstört worden. Die DDR löste Sachsen 1952 auf und teilte es in die Bezirke Dresden, Leipzig und Karl-Marx-Stadt. Im Herbst 1989 spielten die Montagsdemonstrationen in Leipzig eine wichtige Rolle für die friedliche Revolution. Am 3. Oktober 1990 wurde das Land Sachsen wiedergegründet, die Verfassung des Freistaates Sachsen trat 1992 in Kraft. Die Frauenkirche in Dresden wurde bis 2005 wieder aufgebaut. Eine Verwaltungsreform ordnete 2008 die Kreise neu. Seitdem prägen große Landkreise die Struktur, und die Hochschulen in Dresden, Leipzig und Chemnitz zählen zu den wichtigen Wissenschaftsstandorten.
Geografie
Sachsen reicht vom norddeutschen Tiefland im Norden bis zu den Mittelgebirgen im Süden. Im Norden liegen die Leipziger Tieflandsbucht und die Lausitzer Heide- und Teichlandschaft. Die Elbe durchfließt das Land von Südosten nach Nordwesten und bildet bei Dresden ein breites Tal, in dem Weinbau betrieben wird. Südöstlich von Dresden erhebt sich die Sächsische Schweiz, ein Elbsandsteingebirge mit markanten Felsformationen, das zum Teil als Nationalpark geschützt ist. Das Erzgebirge zieht sich an der Grenze zu Tschechien entlang, sein höchster sächsischer Gipfel ist der Fichtelberg. Im Südwesten liegt das Vogtland, im Südosten das Zittauer Gebirge. Weitere Flüsse sind die Mulde mit ihren Quellflüssen, die Weiße Elster, die Spree und die Lausitzer Neiße, die Grenzfluss zu Polen ist. In der Oberlausitz prägen Hügelland und Granitgebiete das Bild. Alte Bergbaugebiete im Erzgebirge und neue Seen in den früheren Tagebauflächen im Leipziger Raum und in der Lausitz sind Zeugnisse der Industriegeschichte. Das Klima ist im Tiefland mild und in den Bergen rau.
Politik und Verwaltung
Der Sächsische Landtag in Dresden ist das Parlament des Freistaates, seine Legislaturperiode beträgt fünf Jahre. Er wählt den Ministerpräsidenten, an dessen Spitze die Staatsregierung steht. Die Ministerien heißen Staatsministerien, die Staatskanzlei koordiniert die Regierungsarbeit. Die Verfassung von 1992 enthält Elemente direkter Demokratie und schützt die Rechte der sorbischen Minderheit. Der Verfassungsgerichtshof des Freistaates Sachsen hat seinen Sitz in Leipzig. Im Bundesrat hat das Land vier Stimmen. Die staatliche Mittelebene bildet die Landesdirektion Sachsen mit Dienststellen in Chemnitz, Dresden und Leipzig, die früher als Regierungspräsidien in drei Bezirken organisiert waren. Das Land gliedert sich in 10 Landkreise und 3 kreisfreie Städte, nämlich Chemnitz, Dresden und Leipzig, zusammen 13 Kreise. Unterhalb der Kreise gibt es Gemeinden, von denen einige kleinere als Verwaltungsgemeinschaften oder Verwaltungsverbände zusammenarbeiten. Die kommunale Selbstverwaltung ist in der Verfassung gesichert. Eine Besonderheit ist der Sächsische Landkreistag, der die Interessen der Landkreise gegenüber dem Land vertritt. Für die Sorben gelten besondere Regelungen in Verfassung, Schulwesen und Gemeinderecht.
Kultur
Sachsen ist reich an Kultur und Brauchtum. Die Semperoper in Dresden, der Thomanerchor und das Gewandhausorchester in Leipzig sind weltbekannt. Der Dresdner Striezelmarkt gehört zu den ältesten Weihnachtsmärkten Deutschlands, und der Christstollen ist ein Wahrzeichen der Adventszeit. Im Erzgebirge entstand eine eigene Volkskunst mit Schwibbögen, Nussknackern, Räuchermännchen und Pyramiden. Die Sorben pflegen in der Oberlausitz Sprache, Trachten und die Tradition des Osterreitens und der Osterei-Verzierung. Zu den UNESCO Welterbestätten zählen der Muskauer Park an der Grenze zu Polen und die Montanregion Erzgebirge. Meißen ist durch seine Porzellanmanufaktur bekannt, die 1710 gegründet wurde. Die Leipziger Buchmesse und die Leipziger Messe haben eine lange Geschichte. Der sächsische Dialekt ist im ganzen Land verbreitet, in der Lausitz kommen auch Sorbisch und Lausitzer Mundarten vor. Die Leipziger Universität wurde 1409 gegründet.
Wusstest du?
- Die Universität Leipzig wurde 1409 gegründet und gehört zu den ältesten Universitäten Deutschlands.
- In Meißen wurde 1710 die erste europäische Porzellanmanufaktur gegründet.
- Die Montagsdemonstrationen in Leipzig prägten den Herbst 1989.
- Der Muskauer Park ist ein grenzüberschreitendes Welterbe mit Polen.
- Die Frauenkirche in Dresden wurde bis 2005 wieder aufgebaut.
- Das Erzgebirge ist die Heimat von Schwibbogen, Nussknacker und Räuchermann.
Kreise in Sachsen
| Kreis | Art | Einwohner | Gemeinden |
|---|---|---|---|
| Leipzig | Kreisfreie Stadt | 633.592 | 1 |
| Dresden | Kreisfreie Stadt | 562.764 | 1 |
| Erzgebirgskreis | Landkreis | 326.896 | 59 |
| Landkreis Zwickau | Landkreis | 310.111 | 33 |
| Landkreis Mittelsachsen | Landkreis | 300.308 | 52 |
| Landkreis Bautzen | Landkreis | 296.506 | 57 |
| Landkreis Leipzig | Landkreis | 261.573 | 30 |
| Landkreis Görlitz | Landkreis | 248.479 | 53 |
| Chemnitz | Kreisfreie Stadt | 247.252 | 1 |
| Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge | Landkreis | 246.011 | 36 |
| Landkreis Meißen | Landkreis | 241.160 | 28 |
| Vogtlandkreis | Landkreis | 221.953 | 37 |
| Landkreis Nordsachsen | Landkreis | 199.688 | 30 |
Größte Städte
- Leipzig: 633.592 Einwohner
- Dresden: 562.764 Einwohner
- Chemnitz: 247.252 Einwohner
- Zwickau: 86.405 Einwohner
- Plauen: 64.893 Einwohner
- Görlitz: 55.065 Einwohner
- Freiberg: 41.205 Einwohner
- Pirna: 40.039 Einwohner
- Freital: 39.174 Einwohner
- Bautzen: 37.306 Einwohner
Feiertage in Sachsen · Rangliste der größten Städte
Häufige Fragen
Wie viele Einwohner hat Sachsen?
Laut Wikidata leben in Sachsen 4.089.467 Menschen (Stand 2023). Die Fläche beträgt 18.416 Quadratkilometer. Amtliche Fortschreibungen veröffentlicht das Statistische Landesamt.
Warum heißt Sachsen Freistaat?
Der Begriff Freistaat setzte sich nach der Revolution von 1918 als Bezeichnung für Republiken durch. Sachsen nahm ihn nach dem Ende der Monarchie an und führt ihn seit der Wiedergründung 1990 wieder. Er hat keine rechtliche Besonderheit gegenüber anderen Ländern, drückt aber ein historisches Selbstverständnis aus.
Welche Städte in Sachsen sind kreisfrei?
Es gibt drei kreisfreie Städte: Chemnitz, Dresden und Leipzig. Sie erledigen die Aufgaben eines Landkreises selbst. Die übrigen Städte und Gemeinden gehören zu einem der zehn Landkreise. Die Aufteilung gilt seit der Kreisreform von 2008, bei der die Zahl der Kreise deutlich verringert wurde.
Wer sind die Sorben in Sachsen?
Die Sorben sind eine slawische Minderheit, die vor allem in der Oberlausitz lebt. Sie haben mit Obersorbisch eine eigene Sprache und eigene Bräuche wie das Osterreiten. Die sächsische Verfassung schützt ihre Rechte, es gibt zweisprachige Ortsschilder und sorbische Schulen. Ihr Siedlungsgebiet reicht nach Brandenburg.
Was war Sachsen in der DDR?
Die DDR löste das Land Sachsen 1952 im Zuge einer Verwaltungsreform auf. Das Gebiet wurde auf die Bezirke Dresden, Leipzig und Karl-Marx-Stadt aufgeteilt, Chemnitz hieß in dieser Zeit Karl-Marx-Stadt. Erst mit der Wiedervereinigung 1990 wurde das Land Sachsen neu gebildet.
Was ist die Sächsische Schweiz?
Die Sächsische Schweiz ist ein Teil des Elbsandsteingebirges südöstlich von Dresden. Typisch sind steile Felswände, Tafelberge und Schluchten, geschaffen aus Sandstein. Die Bastei ist der bekannteste Aussichtspunkt. Ein Teil des Gebiets steht als Nationalpark unter Schutz, und es ist ein beliebtes Ziel für Wanderer und Kletterer.
Quellen und Stand
Zuletzt geprüft: 2026-10-03
Recherche und Pflege: Redaktion Bundesland.net. Fehler gefunden? Schreib uns, wir prüfen und korrigieren.