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Brandenburg

Land Brandenburg · Bundesland · Stand: 2026-10-03 · Redaktion

Symbolbild Brandenburg
Symbolbild
  • PotsdamHauptstadt
  • 2.534.075Einwohner
  • 29.479 km²Fläche
  • 18Kreise
Fakten zu Brandenburg
Amtlicher NameLand Brandenburg
LandeshauptstadtPotsdam
Einwohner2.534.075 (Stand 2022)
Fläche29.478,63 km²
Einwohner je km²86
Kreise18
Gemeinden413
ISO-CodeDE-BB

Überblick

Brandenburg liegt im Nordosten Deutschlands und umgibt die Bundeshauptstadt Berlin vollständig. Im Osten bilden Oder und Neiße die Grenze zu Polen, im Norden liegt Mecklenburg-Vorpommern, im Westen Niedersachsen und Sachsen-Anhalt, im Süden Sachsen. Die Landeshauptstadt ist Potsdam, das für seine Schlösser und Gärten bekannt ist. Charakteristisch sind weite Landschaften, viele Seen, Wälder und dünn besiedelte Räume abseits des Berliner Umlands. Zwischen dem engen Verflechtungsraum rund um Berlin und den äußeren Landesteilen bestehen große Unterschiede in Verkehr, Infrastruktur und Alltag. Zu den Landschaften zählen die Uckermark, der Spreewald, die Prignitz, das Havelland, der Fläming und die Lausitz. Die Region gilt als historisches Kernland Preußens, auch wenn Berlin heute nicht mehr zum Land gehört. Im Land leben die Sorben, auch Wenden genannt, als anerkannte nationale Minderheit in der Niederlausitz. Das Land ist ein Flächenland mit vielen kleinen Gemeinden, und Städte wie Cottbus, Frankfurt an der Oder und Brandenburg an der Havel sind regionale Zentren.

Geschichte

Die Geschichte Brandenburgs beginnt mit der Mark Brandenburg, die im 12. Jahrhundert unter Albrecht dem Bären entstand. Sie wurde später Kurfürstentum und Kernland der Hohenzollern, die ab 1415 dort regierten. Aus Brandenburg und Preußen entstand ein Staat, der im 18. und 19. Jahrhundert zur europäischen Großmacht aufstieg. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Provinz Mark Brandenburg 1947 als Land Brandenburg weitergeführt, östlich von Oder und Neiße kamen Gebiete zu Polen. Die DDR löste die Länder 1952 auf, und es entstanden die Bezirke Potsdam, Frankfurt an der Oder und Cottbus. Mit der Wiedervereinigung wurden die ostdeutschen Länder nach dem Ländereinführungsgesetz der DDR vom Juli 1990 neu gebildet, Brandenburg wurde am 3. Oktober 1990 wiedergegründet. Die ersten Landtagswahlen fanden am 14. Oktober 1990 statt. Die Verfassung wurde 1992 in einer Volksabstimmung angenommen. Der Landtag zog später in das wiederaufgebaute Potsdamer Stadtschloss. Die Verbindung mit Berlin war über Jahrzehnte ein Thema: Eine Fusion der beiden Länder scheiterte 1996 an der Zustimmung der Wähler in Brandenburg. Seitdem arbeiten beide Länder in vielen Bereichen eng zusammen, etwa bei Medien, Gerichten und Planung. Wichtige Orte der jüngeren Geschichte sind außerdem Potsdam mit der Konferenz von 1945 und die Lausitz mit ihrem Strukturwandel.

Geografie

Brandenburg liegt in der Norddeutschen Tiefebene und ist von eiszeitlichen Formen geprägt. Typisch sind Sander, Moränenhügel, Urstromtäler und eine Vielzahl von Seen. Die wichtigsten Flüsse sind die Havel, die Spree und die Oder, die an der östlichen Landesgrenze verläuft. Die Spree bildet im Südosten den Spreewald, ein weit verzweigtes Netz aus Fließen, das zum UNESCO Biosphärenreservat erklärt wurde. Im Norden liegt die Uckermark mit Seen und Feldern, im Nordwesten die Prignitz. Das Havelland verbindet sich mit der Potsdamer Seenlandschaft. Im Süden erhebt sich der Fläming als niedriger Höhenzug. Die Lausitz zeichnet sich durch Heide, Teiche und Bergbaufolgelandschaften aus. Im Oderbruch hat der Fluss eine fruchtbare Niederung geschaffen. Große Waldgebiete bedecken einen erheblichen Teil des Landes, vor allem Kiefernwälder. Der Nationalpark Unteres Odertal schützt eine Auenlandschaft an der Grenze zu Polen. Die höchsten Erhebungen sind niedrig und liegen im Fläming und in der Lausitz.

Lage aller 413 Gemeinden in Brandenburg nach Koordinaten aus Wikidata. Eigene Darstellung.

Politik und Verwaltung

Der Landtag Brandenburg ist das Landesparlament und hat seinen Sitz in Potsdam. Nach jeder Wahl, die alle fünf Jahre stattfindet, bestimmt er den Regierungschef des Landes. Die Landesverfassung von 1992 enthält ausgeprägte Möglichkeiten direkter Demokratie mit Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid. Das Verfassungsgericht des Landes sitzt in Potsdam. Im Bundesrat hat Brandenburg vier Stimmen. Das Land ist in 14 Landkreise und 4 kreisfreie Städte gegliedert, das ergibt 18 Kreise. Die kreisfreien Städte sind Brandenburg an der Havel, Cottbus, Frankfurt an der Oder und Potsdam. Unterhalb der Kreise gibt es amtsfreie Gemeinden und Ämter. Ein Amt ist ein Verwaltungsverband, in dem mehrere kleine Gemeinden ihre Verwaltungsaufgaben bündeln, während die Gemeinden selbst bestehen bleiben. Regierungsbezirke gibt es nicht, die Landesverwaltung ist zweistufig aufgebaut. Für die sorbische Minderheit gelten besondere Rechte, die in der Verfassung geschützt sind. Die Gemeindegebietsreform nach 1990 ordnete viele kleine Gemeinden neu, und die Kreise wurden 1993 in ihrem Zuschnitt verändert. Hinzu kommen kommunale Spitzenverbände, die die Interessen von Städten und Gemeinden gegenüber dem Land vertreten.

Kultur

Brandenburg verbindet preußisches Erbe mit ländlichen Bräuchen. Die Schlösser und Gärten von Sanssouci in Potsdam gehören zum UNESCO Welterbe, ebenso Teile der Potsdamer Kulturlandschaft. Weitere Anlaufpunkte sind das Kloster Chorin, das Schloss Cecilienhof und das Schloss Rheinsberg. Die Sorben pflegen in der Niederlausitz Sprache, Trachten und Osterbräuche wie das Verzieren der Eier mit Wachs. Spreewälder Gurken und Leinöl mit Pellkartoffeln gehören zur regionalen Küche. Mundartlich gehört der größte Teil des Landes zum Brandenburgischen, einer märkischen Variante des Niederdeutschen, im Süden gibt es Übergänge zum Obersächsischen. Theodor Fontane hat die Mark in seinen Wanderungen literarisch bekannt gemacht. In Babelsberg bei Potsdam liegt eines der ältesten Großfilmstudios der Welt. Landesausstellungen, Erntefeste und Dorffeste halten Traditionen lebendig, und Fahrradwege durch Seen und Auen laden zu Entdeckungen ein.

Wusstest du?

  • Brandenburg umschließt die Bundeshauptstadt Berlin vollständig.
  • Der Spreewald ist seit 1991 als UNESCO Biosphärenreservat anerkannt.
  • Die Fusion von Berlin und Brandenburg scheiterte 1996 in einer Volksabstimmung.
  • In der Niederlausitz leben die Sorben als anerkannte nationale Minderheit.
  • Das Filmstudio Babelsberg in Potsdam gilt als eines der ältesten Großstudios der Welt.
  • Der Landtag tagt im wiederaufgebauten Potsdamer Stadtschloss.

Kreise in Brandenburg

KreisArtEinwohnerGemeinden
Landkreis OberhavelLandkreis211.24919
Landkreis Potsdam-MittelmarkLandkreis204.38838
Landkreis BarnimLandkreis192.77625
Landkreis Märkisch-OderlandLandkreis190.71445
PotsdamKreisfreie Stadt185.1371
Landkreis Oder-SpreeLandkreis178.65837
Landkreis Teltow-FlämingLandkreis160.44816
Landkreis Dahme-SpreewaldLandkreis160.31437
Landkreis HavellandLandkreis153.29426
Landkreis UckermarkLandkreis120.87830
Landkreis Oberspreewald-LausitzLandkreis115.21225
Landkreis Spree-NeißeLandkreis114.42929
Landkreis Elbe-ElsterLandkreis102.63833
Landkreis Ostprignitz-RuppinLandkreis99.12523
CottbusKreisfreie Stadt95.1401
Landkreis PrignitzLandkreis76.50826
Brandenburg an der HavelKreisfreie Stadt73.9451
Frankfurt (Oder)Kreisfreie Stadt56.5861

Größte Städte

  1. Potsdam: 185.137 Einwohner
  2. Cottbus: 95.140 Einwohner
  3. Brandenburg an der Havel: 73.945 Einwohner
  4. Frankfurt (Oder): 56.586 Einwohner
  5. Oranienburg: 49.824 Einwohner
  6. Falkensee: 46.213 Einwohner
  7. Bernau bei Berlin: 44.706 Einwohner
  8. Eberswalde: 41.867 Einwohner
  9. Königs Wusterhausen: 39.590 Einwohner
  10. Schwedt/Oder: 33.633 Einwohner

Feiertage in Brandenburg · Rangliste der größten Städte

Häufige Fragen

Wie viele Einwohner hat Brandenburg?

Laut Wikidata leben in Brandenburg 2.534.075 Menschen (Stand 2022). Die Fläche beträgt 29.479 Quadratkilometer. Amtliche Fortschreibungen veröffentlicht das Statistische Landesamt.

Warum liegt Berlin mitten in Brandenburg?

Berlin wuchs als Residenzstadt innerhalb der Mark Brandenburg. Als die Stadt 1920 zu Groß-Berlin vereinigt wurde, behielt sie ihre Lage im Umland. Nach der Wiedervereinigung scheiterte 1996 die Fusion beider Länder in einer Volksabstimmung, sodass Berlin ein eigenes Land blieb und von Brandenburg umschlossen ist.

Was ist ein Amt in Brandenburg?

Ein Amt ist ein Zusammenschluss mehrerer kleiner Gemeinden, die ihre Verwaltung gemeinsam führen. Jede Gemeinde bleibt rechtlich selbständig und hat einen eigenen Rat, die Amtsverwaltung erledigt aber die laufenden Aufgaben. Daneben gibt es amtsfreie Gemeinden, die ihre Verwaltung selbst übernehmen.

Wer sind die Sorben in Brandenburg?

Die Sorben, in der Niederlausitz auch Wenden genannt, sind eine anerkannte slawische Minderheit. Sie haben eine eigene Sprache, Niedersorbisch, sowie eigene Bräuche und Trachten. Die Landesverfassung schützt ihre Rechte, etwa im Schulwesen und bei zweisprachigen Ortsschildern. Ihr Siedlungsgebiet reicht über die Landesgrenze nach Sachsen.

Welche Städte in Brandenburg sind kreisfrei?

Es gibt vier kreisfreie Städte: Brandenburg an der Havel, Cottbus, Frankfurt an der Oder und Potsdam. Sie erfüllen die Aufgaben eines Landkreises selbst. Alle übrigen Städte und Gemeinden gehören zu einem der 14 Landkreise des Landes. Der Landkreis ist dort die Ebene, auf der viele Behörden angesiedelt sind, etwa Ausländerbehörden, Bauämter und Straßenverkehrsämter.

Wann entstand das heutige Land Brandenburg?

Das heutige Land wurde zum 3. Oktober 1990 mit der Wiedervereinigung wiedergegründet. Die DDR hatte Brandenburg 1952 aufgelöst und in Bezirke geteilt. Die erste Landtagswahl fand am 14. Oktober 1990 statt, die Verfassung folgte nach einer Volksabstimmung 1992. Potsdam wurde zur Landeshauptstadt bestimmt, obwohl andere Städte größer sind.

Quellen und Stand

Zuletzt geprüft: 2026-10-03

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