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Berlin

Land Berlin · Bundesland · Stand: 2026-10-03 · Redaktion

Symbolbild Berlin
Symbolbild
  • BerlinHauptstadt
  • 3.913.644Einwohner
  • 891 km²Fläche
  • 1Kreise
Fakten zu Berlin
Amtlicher NameLand Berlin
LandeshauptstadtBerlin
Einwohner3.913.644 (Stand 2025)
Fläche891,12 km²
Einwohner je km²4.392
Kreise1
Gemeinden1
ISO-CodeDE-BE

Überblick

Berlin hat eine Sonderstellung: Es ist Hauptstadt der Bundesrepublik, eigenes Land und eine einzige Gemeinde in einem. Die Stadt liegt im Nordosten Deutschlands und wird ringsum vom Land Brandenburg umschlossen. Eine Landeshauptstadt im üblichen Sinn gibt es nicht, weil Berlin selbst die Hauptstadt des Landes ist. Als Stadtstaat verbindet es Aufgaben einer Gemeinde mit denen eines Landes, daher gibt es keine Landkreise. Das Stadtgebiet gliedert sich in zwölf Bezirke, die jeweils eine eigene Verwaltung haben, aber keine eigenständigen Gemeinden sind. Charakteristisch ist die Mischung aus Regierungssitz, Wissenschaftsstandort, Kulturmetropole und internationalem Treffpunkt. Viele Menschen verbinden mit Berlin die jüngere Geschichte der Teilung und der Wiedervereinigung, die im Stadtbild bis heute sichtbar ist. Zugleich ist die Stadt grün: Wälder, Seen und Parks nehmen einen großen Teil des Stadtgebiets ein. Die Kieze, also die kleinräumigen Stadtviertel, haben oft eine ganz eigene Prägung, und die Berliner Mundart ist ein Teil des Selbstbildes. Zu den bekanntesten Wahrzeichen zählen das Brandenburger Tor, der Fernsehturm am Alexanderplatz, der Reichstag und die Museumsinsel.

Geschichte

Die Anfänge Berlins liegen im Mittelalter, als an der Spree die Doppelstadt Berlin und Cölln entstand. Cölln wird 1237 erstmals urkundlich erwähnt, Berlin wenige Jahre später. Seit dem 15. Jahrhundert war die Stadt Residenz der Hohenzollern, später Hauptstadt Preußens und ab 1871 des Deutschen Reiches. Das Groß-Berlin-Gesetz von 1920 fasste die Stadt mit zahlreichen Nachbarstädten und Landgemeinden zusammen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Berlin von den vier Siegermächten in Sektoren eingeteilt. Die sowjetische Blockade der Westsektoren 1948 und 1949 beantwortete der Westen mit der Luftbrücke. Im Jahr 1949 entstanden zwei deutsche Staaten, Ost-Berlin wurde Hauptstadt der DDR, West-Berlin blieb unter alliiertem Status mit enger Bindung an die Bundesrepublik. Am 13. August 1961 begann der Bau der Mauer, die die Stadt bis zum 9. November 1989 teilte. Mit der Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 wurde Berlin wieder eine Stadt. Der Bundestag entschied 1991 für Berlin als Parlaments- und Regierungssitz, der Umzug fand 1999 statt. Ein Vorhaben zur Fusion mit Brandenburg scheiterte 1996 in einer Volksabstimmung. Seit 2001 wurden mehrere der früheren Bezirke zusammengelegt, sodass es heute zwölf Bezirke gibt. Das Stadtbild veränderte sich in den Jahren danach stark durch neue Regierungsbauten, den Potsdamer Platz und den Hauptbahnhof.

Geografie

Berlin liegt in der Norddeutschen Tiefebene im Urstromtal der Spree, das nach der letzten Eiszeit entstand. Die Spree durchquert die Stadt von Südosten nach Nordwesten, in Spandau mündet sie in die Havel. Beide Flüsse bilden zusammen mit Kanälen und Seen ein dichtes Gewässernetz. Zu den bekannten Seen zählen der Müggelsee im Südosten, der Tegeler See im Norden sowie die Havelseen, zu denen der Wannsee gehört. Das Gelände ist überwiegend flach, einzelne Erhebungen sind künstlich, wie der Teufelsberg aus Trümmerschutt, oder eiszeitlich, wie die Müggelberge. Ein erheblicher Teil des Stadtgebiets besteht aus Wald, Park und Gewässern, darunter der Grunewald, der Tiergarten und der Treptower Park. Die Stadt liegt im Übergangsbereich zwischen maritimem und kontinentalem Klima, was im Sommer oft warme und im Winter kalte Phasen bringt. Bebaute Teile reichen von der dicht bebauten Innenstadt über Gründerzeit und Siedlungen bis zu Dörfern am Stadtrand, die in der Gebietsreform von 1920 eingemeindet wurden.

Lage aller 1 Gemeinden in Berlin nach Koordinaten aus Wikidata. Eigene Darstellung.

Politik und Verwaltung

Berlin ist ein Stadtstaat, dessen Verfassungsorgane auf Landesebene Abgeordnetenhaus, Senat und Verfassungsgerichtshof sind. Das Abgeordnetenhaus ist das Landesparlament und tagt im Gebäude des ehemaligen Preußischen Landtags in Mitte, während der Senat im Roten Rathaus residiert. Es wählt den Regierenden Bürgermeister, der den Senat leitet. Der Senat besteht aus dem Regierenden Bürgermeister und den Senatorinnen und Senatoren, die für einzelne Fachbereiche zuständig sind. Im Bundesrat hat Berlin vier Stimmen. Die Verwaltung ist zweistufig aufgebaut: Auf der Hauptebene arbeiten die Senatsverwaltungen, auf der Bezirksebene die zwölf Bezirke. Jeder Bezirk wird von einer Bezirksverordnetenversammlung kontrolliert und von einem Bezirksamt geleitet. Die Bezirke sind keine Gemeinden und besitzen weniger Eigenständigkeit als Kommunen in Flächenländern. Die Zuständigkeiten sind in der Verfassung von Berlin und im Allgemeinen Zuständigkeitsgesetz geregelt. Berlin ist zugleich ein Kreis im statistischen Sinn, es gibt keine Landkreise und keine weitere Gemeindeebene. Streitigkeiten über Zuständigkeiten zwischen Hauptverwaltung und Bezirken kommen immer wieder vor und sind Dauerthema der Verwaltungsreform.

Kultur

Kultur hat in Berlin eine außergewöhnliche Dichte. Die Museumsinsel mit mehreren großen Häusern gehört zum UNESCO Welterbe, ebenso die Schlösser und Parks von Potsdam und Berlin sowie die Siedlungen der Berliner Moderne. Drei Opernhäuser, zahlreiche Theater, Orchester wie die Berliner Philharmoniker und eine große freie Szene prägen das Angebot. Die Internationalen Filmfestspiele, die Berlinale, ziehen jährlich ein internationales Publikum an. Der Karneval der Kulturen, die Lange Nacht der Museen und das Stadtfest rund um das Brandenburger Tor sind feste Termine. Das Berlinerische ist ein Dialekt, der sich durch weiche Aussprache auszeichnet, oft wird er mit Humor und direkter Art verbunden. Typische Speisen sind Currywurst, Eisbein, Buletten und der Berliner Pfannkuchen. In der Clubszene gilt Berlin als Zentrum elektronischer Musik. Mauerreste und Gedenkstätten wie die Bernauer Straße halten die Erinnerung an die Teilung wach, während Straßenkunst im Stadtbild allgegenwärtig ist.

Wusstest du?

  • Berlin ist vollständig vom Land Brandenburg umschlossen.
  • Die Volksabstimmung über eine Fusion von Berlin und Brandenburg scheiterte 1996.
  • Die Museumsinsel wurde 1999 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.
  • Der Fernsehturm am Alexanderplatz wurde 1969 eröffnet.
  • Der Bundestag beschloss 1991, seinen Sitz von Bonn nach Berlin zu verlegen.
  • Seit der Bezirksreform 2001 gliedert sich die Stadt in zwölf Bezirke.

Größte Städte

  1. Berlin: 3.913.644 Einwohner

Feiertage in Berlin

Häufige Fragen

Wie viele Einwohner hat Berlin?

Laut Wikidata leben in Berlin 3.913.644 Menschen (Stand 2025). Die Fläche beträgt 891 Quadratkilometer. Amtliche Fortschreibungen veröffentlicht das Statistische Landesamt.

Ist Berlin ein Bundesland?

Ja, Berlin ist eines der 16 Länder und zugleich einer der drei Stadtstaaten, neben Hamburg und Bremen. Es ist gleichzeitig Gemeinde und Land, daher fehlen Landkreise. Die Stadt ist auch Hauptstadt der Bundesrepublik und Sitz von Bundestag, Bundesrat und Bundesregierung.

Warum hat Berlin keinen Landkreis?

Weil Berlin als Stadtstaat Gemeinde und Land zugleich ist, gibt es keine Zwischenebene mit Kreisen. Die Aufgaben von Gemeinde und Kreis nimmt die Stadt selbst wahr. Die zwölf Bezirke dienen der Verwaltung vor Ort, sie sind aber rechtlich keine eigenen Gemeinden.

Wann fiel die Berliner Mauer?

Die Mauer wurde am 9. November 1989 geöffnet, nachdem sie seit dem 13. August 1961 die Stadt geteilt hatte. Die Wiedervereinigung Deutschlands folgte am 3. Oktober 1990. Reste der Mauer sind als Gedenkstätten erhalten, zum Beispiel an der Bernauer Straße und der East Side Gallery.

Wie viele Stimmen hat Berlin im Bundesrat?

Berlin hat vier Stimmen im Bundesrat. Die Stimmenzahl richtet sich nach der Bevölkerung, jedes Land hat mindestens drei und höchstens sechs Stimmen. Die Stimmen eines Landes können nur einheitlich abgegeben werden, wofür der Senat seine Mitglieder in den Bundesrat entsendet. Berlin wird dort durch Senatsmitglieder vertreten.

Was bedeutet Regierender Bürgermeister?

So heißt in Berlin der Chef der Landesregierung, also das Äquivalent zum Ministerpräsidenten in Flächenländern. Der Titel entstand in der Nachkriegszeit. Der Regierende Bürgermeister wird vom Abgeordnetenhaus gewählt, leitet den Senat und bestimmt die Richtlinien der Politik im Rahmen der Verfassung.

Quellen und Stand

Zuletzt geprüft: 2026-10-03

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