Landtagswahl einfach erklärt

Alle paar Jahre wählen die Bürgerinnen und Bürger jedes Bundeslandes ihren Landtag, in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg heißt er Abgeordnetenhaus und Bürgerschaft, in Bremen ebenfalls Bürgerschaft. Der Landtag beschließt Landesgesetze, kontrolliert die Regierung und wählt in der Regel die Regierungschefin oder den Regierungschef. Weil jedes Land sein Wahlrecht selbst regelt, unterscheiden sich Details wie Wahlperiode, Mindestalter oder Stimmenzahl. Dieser Beitrag erklärt dir einfach, wie eine Landtagswahl abläuft, wer wählen darf und welche Aufgaben das Parlament hat, ohne auf Wahlergebnisse oder aktuelle Mehrheiten einzugehen. Dazu gibt es praktische Hinweise für deinen Wahlgang.
Was der Landtag macht
Der Landtag ist das Parlament eines Bundeslandes. Er beschließt die Landesgesetze, entscheidet über den Landeshaushalt und kontrolliert die Landesregierung. In den meisten Ländern wählt er außerdem die Regierungschefin oder den Regierungschef, die oder der dann die Ministerinnen und Minister ernennt.
Die Zuständigkeiten der Länder umfassen unter anderem Schulen, Hochschulen, Polizei, Kommunalrecht und Kultur. Diese Themen werden im Landtag debattiert und per Gesetz geregelt. Zugleich wirken die Landesregierungen im Bundesrat an Bundesgesetzen mit, sodass die Landtagswahl auch indirekt auf die Bundespolitik wirkt.
In den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen übernimmt das Landesparlament zugleich Aufgaben, die in Flächenländern bei Gemeinden liegen.
Je nach Land kommen weitere Aufgaben hinzu, etwa die Wahl von Verfassungsrichtern oder die Kontrolle durch Untersuchungsausschüsse. Der Landtag tagt öffentlich, und seine Protokolle kannst du online nachlesen. Die Landesverfassung legt die Einzelheiten fest.
Wer darf wählen und wie funktioniert die Stimmabgabe
Wählen dürfen Deutsche, die ein bestimmtes Mindestalter erreicht haben und seit einer Mindestzeit im Land wohnen. Das Mindestalter und die genauen Bedingungen unterscheiden sich von Land zu Land, die Länder legen sie in ihren Wahlgesetzen fest. Prüfe daher die Regeln deines Landes.
In den meisten Ländern hast du zwei Stimmen: eine für eine Kandidatin oder einen Kandidaten im Wahlkreis und eine für eine Landesliste. In anderen Ländern gibt es nur eine Stimme. Die Verteilung der Sitze erfolgt nach einem Verfahren, das sich am Verhältnis der Stimmen orientiert.
Wahlberechtigte erhalten vorab eine Wahlbenachrichtigung. Mit ihr und dem Ausweis kannst du im Wahllokal wählen oder Briefwahl beantragen.
Wer erstmals wählt, sollte prüfen, ob er im Wählerverzeichnis steht. Zieht man kurz vor der Wahl um, kann sich der Wahlort ändern, was bei der Gemeinde schnell zu klären ist.
Briefwahl rechtzeitig beantragen
Wenn du am Wahltag verhindert bist, beantrage die Briefwahl früh, am besten sobald die Wahlbenachrichtigung da ist. Die Fristen und Verfahren unterscheiden sich je nach Land und Gemeinde. Schicke die Unterlagen rechtzeitig zurück, damit deine Stimme noch gezählt wird. Informiere dich außerdem früh über den Wahltermin.
Wahlperiode und Ablauf
Die Wahlperiode beträgt je nach Land vier oder fünf Jahre. Der Termin wird von den zuständigen Stellen festgelegt, meist fällt er auf einen Sonntag. Parteien und Wählergruppen reichen Wahlvorschläge ein, die vom Wahlausschuss zugelassen werden müssen.
Im Wahlkampf stellen sich Kandidatinnen, Kandidaten und Parteien vor. Neutrale Informationen liefern die Landeszentralen für politische Bildung, auch mit Wahlhilfen und Erklärvideos. Nach der Wahl konstituiert sich der Landtag, wählt seine Präsidentin oder seinen Präsidenten und anschließend die Regierungschefin oder den Regierungschef.
Oft folgen Koalitionsverhandlungen, wenn keine Partei allein die Mehrheit hat. Wie lange sie dauern, ist unterschiedlich.
Die Zeit zwischen Wahl und Regierungsbildung ist nicht überall gleich lang. Bis eine neue Regierung gewählt ist, bleibt die bisherige geschäftsführend im Amt. Das ist in den Landesverfassungen geregelt. Die Landeswahlleitung veröffentlicht Termine und amtliche Hinweise.
Warum die Landtagswahl für dich zählt
Weil die Länder vieles regeln, was dich im Alltag betrifft, entscheidet der Landtag über Themen wie Schule, Polizei, Hochschulen oder Kultur. Auch Bauordnungen, Feiertagsgesetze und Kommunalrecht werden hier verhandelt. Mit deiner Stimme beeinflusst du also direkt die Rahmenbedingungen vor Ort.
Zugleich haben Landtagswahlen bundespolitische Folgen, denn die Landesregierungen bestimmen mit, wie ein Land im Bundesrat abstimmt. Deshalb achten auch bundesweite Medien auf diese Wahlen.
Wer sich informieren will, nutzt neutrale Quellen: die Landeswahlleitung, die Landeszentrale für politische Bildung, amtliche Wahlprogramme und Parlamentsseiten. Dort findest du Informationen zu Terminen, Wahlkreisen, Kandidierenden und Verfahren.
Weitere Wege der Mitwirkung sind Volksbegehren und Volksentscheide, die es in allen Ländern gibt, aber unter jeweils eigenen Bedingungen, die in den Landesverfassungen stehen. Auch die Medienberichte vor der Wahl sind nur eine Informationsquelle von mehreren, deshalb lohnt der Blick in die Originalprogramme.
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Wer wird gewählt | Abgeordnete des Landesparlaments |
| Wahlperiode | vier oder fünf Jahre, je nach Land |
| Regelung des Wahlrechts | Land |
| Briefwahl | möglich, Fristen beachten |
| Name des Parlaments | Landtag, Abgeordnetenhaus oder Bürgerschaft |
Checkliste
- Wahlbenachrichtigung prüfen
- Ausweis zum Wahllokal mitnehmen
- Briefwahl rechtzeitig beantragen
- Wahlrecht des eigenen Landes nachlesen
- Neutrale Informationen der Landeszentrale nutzen
- Termine bei der Landeswahlleitung prüfen
Häufige Fragen
Wie oft finden Landtagswahlen statt?
Je nach Land alle vier oder fünf Jahre. Die Wahlperiode steht in der jeweiligen Landesverfassung. Die Termine der verschiedenen Länder sind nicht aufeinander abgestimmt, sodass in einem Jahr mehrere Landtagswahlen stattfinden können, in anderen Jahren keine. Prüfe das Datum immer bei der Landeswahlleitung.
Wie heißt das Landesparlament in den Stadtstaaten?
In Berlin heißt es Abgeordnetenhaus, in Hamburg und Bremen Bürgerschaft. Alle drei nehmen zugleich Aufgaben wahr, die in Flächenländern bei Gemeinden liegen, weil Land und Stadt zusammenfallen. Die übrigen dreizehn Länder haben einen Landtag. Die Namen gehen auf die Geschichte zurück.
Wer wählt den Regierungschef?
In den meisten Ländern wählt der Landtag die Regierungschefin oder den Regierungschef. Er oder sie ernennt dann die Mitglieder der Landesregierung. In den Stadtstaaten gibt es abweichende Bezeichnungen, etwa Regierender Bürgermeister, Erster Bürgermeister oder Präsident des Senats. Das gilt für alle Länder.
Darf ich in einem anderen Land wählen?
Nur dort, wo du wohnst und die Wahlvoraussetzungen erfüllst. Wer umzieht, wird im neuen Land wahlberechtigt, wenn die Mindestwohndauer erreicht ist. Das Wahlrecht für Landtagswahlen ist an das jeweilige Land gebunden, nicht an die Staatsangehörigkeit allein. Bei Umzug kann die Frist wichtig werden.
Fazit
Die Landtagswahl ist eine Entscheidung mit Gewicht für den Alltag. Hier wird über Schulen, Polizei, Hochschulen und viele andere Fragen entschieden, die das Leben vor Ort prägen. Weil jedes Land sein Wahlrecht selbst regelt, lohnt ein Blick in die jeweiligen Regeln. Mit gründlicher Information, rechtzeitiger Planung der Stimmabgabe und neutralen Quellen kannst du gut vorbereitet wählen, ohne dich von Prognosen oder Schlagzeilen leiten zu lassen.
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Quellen und Stand
Zuletzt geprüft: 2026-10-03
Recherche und Pflege: Redaktion Bundesland.net.
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